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„Mobilität ohne Barrieren“ ist ein Gemeinschaftsprojekt von Klimabündnis Tirol, dem Ökoinstitut Südtirol/Alto Adige, der Autonomen Provinz Bozen - Südtirol/Abteilung Mobilität und dem Land Tirol, kofinanziert durch Mittel des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung - INTERREG IV A Italien Österreich, sowie im Rahmen des Programms zur Stärkung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit Tirols 2007-2013, „Stärke durch Vielfalt“.
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Neues Tarifsystem für Öffis: Auge auf Familien und Pendler

Das vor Monaten auf den Weg gebrachte neue Tarifsystem für den öffentlichen Nahverkehr hat die Landesregierung am 20. Juni beschlossen.

 

Sie hat dabei am Konzept des "Wer mehr fährt, zahlt weniger" festgehalten, zusätzlich aber auch Vergünstigungen für Familien und Pendler vorgesehen.

 

Bereits im Februar hatte die Landesregierung das Südtirol-Abo auf den Weg gebracht, mit dem alle öffentlichen Verkehrsmittel in Südtirol genutzt werden können, und zwar contactless. Dies bedeutet, dass der Fahrpreis beim Aussteigen automatisch vom eigenen Guthaben abgezogen wird, das man zuvor - einer Telefon-Wertkarte ähnlich - auf das Abo geladen hat. Das Ziel der Landesregierung ist dabei klar: "Wir wollen die Südtiroler dazu bewegen, möglichst oft öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen und sie dafür auch belohnen", so Landeshauptmann Luis Durnwalder.

 

Damit dieses Ziel erreicht wird, sieht das von Landesrat Thomas Widmann der Landesregierung vorgelegte Konzept eine Staffelung der Fahrpreise je nach jährlich gefahrenen Kilometern vor: So beläuft sich der Preis für die ersten 1000 Kilometer auf acht Cent pro Kilometer, für Kilometer 1001 bis 10.000 auf vier Cent, für die Kilometer 10.001 bis 20.000 auf nur noch zwei Cent. "Ab 20.000 gefahrenen Kilometern können die öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos genutzt werden", so Durnwalder.

 

Neu ist nun, dass Eltern von Kindern bis zu 18 Jahren mit dem neuen Südtirol-Abo ermäßigte Tarife im öffentlichen Nahverkehr in Anspruch nehmen können. Für sie kosten die ersten 1000 Kilometer je sechs Cent, bis 10.000 Kilometer bezahlen sie drei Cent, bis 20.000 Kilometer zwei Cent. So kommen sie auf maximale jährlich Kosten von 530 Euro statt der "normalen" 640 Euro.

 

Familien profitieren demnach gleich mehrfach: So fahren Kinder bis sechs ohnehin kostenlos, dank Abo+ können auch Schüler bis 18 weiterhin die Öffis im ganzen Land unbegrenzt und kostenlos nutzen, Studenten und Lehrlinge erhalten das Jahresabo zu ermäßigten 150 Euro und nun gibt's auch noch den billigeren Familientarif. "Wir sind überzeugt, dass wir mit diesem System den Familien entgegen kommen und die Preisanpassung im öffentlichen Nahverkehr in Grenzen halten können", so Widmann, der betont: "Das neue Tarifsystem soll Familien finanziell zusätzlich entlasten und ihnen - wie bisher mit der bewährten Familienkarte - weiterhin eine möglichst günstige Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel ermöglichen."
Belohnt werden darüber hinaus all jene, die schon jetzt ein Überland- bzw. Stadt-Abo oder eine Familienkarte besitzen: Sie erhalten im kommenden Jahr eine 500-Kilometer-Gutschrift. Das bedeutet, dass sie nur die ersten 500 Kilometer zum Höchsttarif fahren, also deutlich früher in die nächst niedrigere Tarif-Kategorie rutschen. "Mit dieser Übergangsbestimmung möchten wir all jene mit einer kleinen Prämie belohnen, die jetzt schon im Besitz eines Abos sind und die öffentlichen Verkehrsmittel häufig nutzen", so der Landesrat.

 

Die für Anfang 2012 geplante Preisanpassung kommt nach 15 Jahren, in denen die Fahrpreise nicht verändert, ja nicht einmal der Inflation angepasst worden sind. "Gleichzeitig haben wir sämtliche Dienste stark ausgebaut, verbessert und modernisiert", so Widmann.

 

(mg)

 

publiziert am 29.06.2011

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